Um den Tourismus in der Region Bad Radkersburg weiter zu entwickeln, wurde gezielt nach Thermalwasser gesucht. Im Januar 1978 brachten die Bemühungen Erfolg: Mit einer Austrittstemperatur von etwa 80 Grad schoss das Wasser aus einer Tiefe von knapp zwei Kilometern. Darauf wurde das Thermalbad in Etappen ausgebaut. Heute darf die Parktherme jährlich nahezu 410.000 Besucher begrüßen.
Die heilende Wirkung des Thermalwassers zeigt sich vor allem bei Behandlungen des Bewegungsapparates. Außerhalb des Badebetriebes wird das Wasser zu Behandlungszwecken im Kurzentrum und zur Fernwärmeversorgung von Kurzentrum und Hotelanlagen genutzt.
1927 wurde in Radkersburg nach Erdöl bebohrt, doch anstelle von Öl fand man Wasser. Erst Mitte der 1950er Jahre zeigte eine Analyse, dass diese Quelle von außergewöhnlicher Zusammensetzung und Heilkraft ist. Im Jahre 1962 erklärte man die „Radkersburger Stadtquelle“, so der offizielle Name des Mineralwassers, zur Heilquelle.
Aufgrund seiner Zusammensetzung erwies sich das Mineralwasser sowohl für Trink- als auch für Badekuren vornehmlich bei urologischen Erkrankungen als besonders geeignet. Bald darauf wurde das Kurmittelhaus - das heutige Kurzentrum - errichtet und mit Trinkkuren der Grundstein für Radkersburgs Entwicklung zum Kurort gelegt. 1975 erfolgte die offizielle Ernennung Radkersburgs zum Kurort, ausgedrückt im neuen Stadtnamen "Bad Radkersburg". Der Erkenntnis, dass der hohe Magnesiumgehalt des Mineralwassers eine Stress mindernde Wirkung hat, wurde durch die Gründung des „Instituts für angewandte Stressforschung“ 1993 Rechnung getragen.
Gegenwärtig werden jährlich zehn Millionen Liter Radkersburger Mineralwasser unter dem Markennamen Long Life gefördert und verkauft.
Die Stadt Bad Radkersburg besticht durch ihren einzigartigen städtebaulichen Charakter. In Anerkennung der Erhaltung der historischen Altstadt wurde sie 1978 mit der Europagoldmedaille für Denkmalpflege ausgezeichnet.
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen nach dem zweiten Weltkrieg bemühten sich Stadtverwaltung und Bürgerschaft rasch, kirchliche Bauten, Bürgerhäuser, Adelspalais und Innenhöfe wieder in Stand zu setzen.
Die Stadterneuerung brachte nicht nur dringend benötigte Arbeitsplätze, sondern verfolgte auch denkmalpflegerische Ziele. Durch die Erhaltung und Wiederbelebung der alten Gebäude wollte die Stadt zugleich modernen Wohnraum schaffen und den historischen Bauten neues, zeitgemäßes Leben einhauchen. Das Leitmotiv der vorausschauenden Stadtpolitik lautete: Eine Altstadt kann nur dann lebendig sein, wenn in ihr gewohnt, gearbeitet und eingekauft wird.